unser langjähriges Mitglied Joachim Reißmann ist verstorben

liebe Sportfreunde,

in der Rundmail von Andreas habt ihr schon die traurige Nachricht erhalten, dass Joachim Reißmann letzte Woche  – kurz vor der Vollendung seines 90ten Lebensjahres – verstorben ist.

Solche traurigen Anlässe sind auch immer der Anstoß noch mal zurück zu blicken und an die schönen gemeinsamen Momente zu denken.

Obwohl er die letzten Jahre seines sportlichen Wirkens nicht mehr in unserem Verein verbrachte, wollen wir nicht die vielen Jahre vergessen, die er das Gesicht von Dynamo Halle-Mitte maßgeblich mitgeprägt hat.

Der frühere Stabhoschspringer hatte als vielseitig talentierter Sportler auch Gefallen am Tischtennis gefunden und trainierte anfangs bei Lok Halle.                                                        Ca. 1956 wechselte er von dort zu Wissenschaft Halle.  Die junge aufstrebende Sektion Tischtennis spielte schon bald mit Leuten wie Finger, Projan in der höchsten Spielklasse der DDR, der Oberliga.  Dort traf man auf namhafte Gegner der DDR Spitzenklubs wie Motor Jena (früher und später dann wieder „Carl-Zeiss“) mit Hanschmann (mehrfacher DDR Meister) und Reimann – aber auch die Mühlhäuser Gegner, wie dem unvergessenen Heinz Schneider.

1967 schaffte Dynamo Halle-Mitte den Aufstieg in die Oberliga und stellte einen attraktiven Verein in Halle dar.  Etwa in dieser Zeit wechselte Achim Reißmann zu uns und machte sich unter anderem als Übungsleiter in der höchsten Trainingsgruppe verdient.   Ehrenamtlich hielt er Lehrgänge für Trainer und Übungsleiter – ich selbst nahm damals daran teil.

Zitat „Achim Reißmann in einer Lehrstunde“:  “ Ein Abwehrball ist für den offensiven Topspin Spieler Zucker – denn er dreht sich schon in die richtige Richtung“

Geachtet blieb Achim jederzeit durch seine Sachkenntnis, sein bis ins hohe Alter routiniertes offensives Spiel und sein souveränes Auftreten.

Nie werde ich die schönen Jahre in der Jugend-Spielzeit vergessen, in denen es quasi ein „Geheimtipp“ unter uns war, in die Eisdiele der Leipziger Str. zu gehen und bei „Reißmanns“ sich ein kostenloses Eis abzuholen.                                                                   (dazu durfte man sich sogar vordrängeln)                                                                                     Zu unserer Jugendzeit war es durchaus üblich auch ältere Sportfreunde zu „Duzen“…   Falko Woschee nahm mich mal beiseite und sagte mir:                                                             „Du muss nicht ‚Sie‘ sagen – man sagt Sptfrd. + Nachname – und „Du“.                      Schließlich betreiben wir alle den gleichen Sport.“

So hatte ich doch vor Achim Reißmann immer den gewissen Respekt der gefühlten  „grauen Eminenz“ und war beim ‚Sie‘ verblieben. Auch noch, als ich es schon als Jugendspieler bis in seine Mannschaft geschafft hatte.                                                    (Dynamo hatte damals bis zu 8 Herrenmannschaften!)                                                Unvergessen dann der Moment, als Achim bei einem unserer Vereinsvergnügen mich aufforderte mit ihm an die Bar zu kommen, um mir bei einem Bier das „Du“ anzubieten.

Wir alle (die Älteren) haben mehr oder weniger Berührungspunkte mit Achim gehabt und werden ihn nicht vergessen.                                                                                                                …

Viele Sportfreunde haben mich mit Bildern und Informationen unterstützt …                    Danke an: Falko Woschee, Horst Falkner, Micky Botur, Rainer Göring, Andreas Pohlink

Schwaeblein Finger Woschee Reissmann

1962 Schwäblein Finger Woschee Reissmann

Achim in Aktion

Achim in Aktion

Kralupy 1978

1978 Freundschaftsspiel gegen Kralupy in Halle

Achim bei einem Vereinsvergnügen

Achim bei seinem 65. Geburtstag

Achim bei einem Vereinsvergnügen

Achim bei seinem 65. Geburtstag

machts gut...

machts gut…

 

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4 Kommentare zu unser langjähriges Mitglied Joachim Reißmann ist verstorben

  1. Ich werde Joachim Reißmann auch nicht vergessen. Ich hatte ihm viel zu verdanken in puncto Tischtennis. Mein Beileid auch an Andreas und Familie.
    Axel Petrasch

  2. Andreas Reißmann sagt:

    Ich möchte mich im Namen aller Angehörigen für die Anteilnahme der zahlreich erschienenen langjährigen Sportkameraden bei der Beisetzung meines Vaters bedanken. Besonders bedanken möchte ich mich bei Carlos Möbes für den gelungenen Nachruf auf eurer Webseite und Andreas Pohlink für seine sehr schöne Rede während der Trauerfeier, die alles auf den Punkt brachte, was Achim Reißmann während seiner sportlichen Laufbahn auszeichnete: Er wird uns als stets engagierter und fairer Sportsmann in Erinnerung bleiben…

    Viele Grüße
    Andreas Reißmann

    PS: Vielen Dank, Axel

  3. Armin Meister sagt:

    Durch Zufall bin ich beim Googeln auf Carlos‘ Nachruf für Achim Reißmann gestoßen, und er hat mir sehr gut gefallen. Ich finde es sehr schade, dass dieser Nachruf (oder meinetwegen auch ein anderer) nicht auf der Sachsen-Anhalt-Seite der TT-Zeitschrift veröffentlicht wurde, denn Achim war im Bezirk Halle eine Institution, nicht nur in der Stadt Halle.
    Ich kannte ihn, seit ich mich als Jugendlicher zum ersten Mal für eine Bezirksmeisterschaft qualifiziert hatte (damals wurden Bezirksmeisterschaften für Allgemeine Klasse und Jugend noch gemeinsam durchgeführt), das muss so 1955 gewesen sein. Er war mit seiner Körpergröße, seiner Glatze und seinem für uns schon hohen Alter (damals Anfang 30!) eine markante Figur und nach meiner Kenntnis der erste im Bezirk, der so eine Art Topspin zustande brachte (das war damals revolutionär!).
    Wir haben uns auch mal im Punktspiel (ich damals für Ballenstedt) gegenüber gestanden. Da war seine große Zeit schon vorbei, und er spielte für Dynamo II. Aber gewonnen habe ich trotzdem nicht.
    Etwas näher habe ich ihn kennen gelernt, weil er viele Übungsleiter-Lehrgänge geleitet hat. Ich war irgendwann in den 80er Jahren mal in Weißenfels dabei. Und ich erinnere mich an eine Äußerung von ihm, die nun etwas makaber klingt. Er muss damals Anfang 60 gewesen sein und war noch recht fit. Er sagte zu mir im Scherz: „Meine Kinder haben zu mir gesagt: ‚Vater, Du wirst mal uralt, Dich werden wir wohl mal töten lassen müssen!'“ (wie man es manchmal bei besonders alten Haustieren macht).
    Nun ja, uralt ist er geworden, aber dann wohl doch eines natürlichen, und ich hoffe, nicht allzu schweren Todes gestorben.
    Es war auch uns Auswärtigen bekannt, dass Achim seine Eisdiele auf dem Boulevard (damals Klemens-Gottwald-Straße) hatte. Vielleicht hätten wir auch bei ihm ein Gratis-Eis bekommen, aber zumindest ich wäre zu schüchtern gewesen, danach zu fragen, und er hätte mich damals auch nicht gekannt…

    • Liebe Tischtennisfreunde,
      vielen herzlichen Dank für die herzliche Anteilname an alle Sportfreunde vom Tischtennis. Besonderen Dank möchte ich Carlos Möbes, Andreas Pohlink und Andreas Fricke sagen für die schöne Rede, die Bearbeitung am PC die Bekanntgabe von Terminen.
      Achim war ein Gentleman und sehr einfühlsamer fairer Sportler für viele junge Tischtennisspieler immer Vorbild.
      Ich habe seinen Wunsch erfüllt, bis zuletzt Achim zu Hause zu pflegen. Meine Gesunheit nach der Kur ist soweit wieder hergestellt . Irmgard Reißmann

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